Fasten. Heute möchte ich mit Euch meine Erfahrungen mit dem Heilfasten teilen. Hierfür habe ich mich mit einigen Varianten der „Ernährungs-Kuren“, sowie dem Fasten an sich auseinandergesetzt und habe letztlich auch MEINE eigene Form einer gelingenden Fastenkur gefunden. Denn darum geht es meines Erachtens nach, den „richtigen“ Weg für sich und seinen Körper zu finden, um aus der Zeit des Verzichts wertvolle Erkenntnisse mitnehmen zu können. 

Zunächst habe ich mich mit dem Thema selbst auseinandergesetzt und mir einige Grundlagen zum Thema des traditionellen Fastens angeeignet. Das Ritual des Fastens existiert im Glauben der Christen schon seit dem zweiten Jahrhundert. Für Gläubige beginnt der rund 40-tägige Verzicht (und damit die Vorbereitung auf Ostern) in der Regel ab Aschermittwoch, der in diesem Jahr auf den 10.Februar fiel. Ihr fragt Euch vielleicht, was es mit den 40 Tagen auf sich hat, denn die Zeit bis Ostern an sich wäre rein rechnerisch ein längerer Zeitraum. Die Begründung dafür ist ganz einfach, dass die Sonntage nicht mitgezählt werden. Heute beschränken sich sie religiösen streng verpflichtenden Fastentage zumeist auf den Karfreitag und Aschermittwoch, an denen der Tradition zufolge gefastet wird.

Doch der Verzicht umfasst nicht nur den des Essens oder Trinkens, der Buße im kirchlichen Sinne oder die innere Reinigung – es kann auch der Verzicht auf Gewohnheiten, wie beispielsweise das Handy oder Genussmittel sein, um dadurch eine Vergegenwärtigung und Wertschätzung der gewohnten Routine erlangen. 

Dabei ist Fasten nicht gleich Fasten. Es gibt die verschiedensten Arten sich dem Verzicht oder in diesem Fall der Ernährung zu nähern. Da wäre zunächst das Basisfasten. Hier wird davon ausgegangen, dass sich das natürliche Säure-Basen-Verhälnis maßgeblich auf den Körper auswirkt. Dementsprechend wird für einen gewissen Zeitraum auf alle säurebildenden Lebensmittel verzichtet. Auch bekannt ist das Hildegard-Fasten. Die Grundsätze dieser Fasten-Variante entstammen, wie schon der Titel verrät, von einer Frau namens Hildegard von Bingen. Sie war darauf bedacht während Fastenzeit in den Einklang mit sich selbst zu kommen. Durch Ihre große Kräuter- und Naturkenntnis gibt es in ihrer sanften Fasten-Form zwei mal Täglich eine Fastensuppe, welche aus einem Sud von abgekochtem Dinkel-Getreide, Kräutern und Gewürzen besteht und dadurch viele wichtige Spurenelemente und Elektrolyte enthält. Neben weiteren Kuren habe ich auch die Quark-Öl Kur, entwickelt von Johanna Budwig, gefunden. Diese verspricht eine natürliche Heilkraft durch die Kombination von Eiweiß und hochwertigen Fetten und wurde einst von ihr zur Bekämpfung von Krebszellen entwickelt. Während Ihrer Forschungen stelle Johanna Budwig fest, dass eine grundlegende Ursache für Stoffwechsel

störungen ein Mangel an wichtigen Fettsäuren und eine übersteigerte Zufuhr an gesättigten Fettsäuren ist. Erstere, so stellte Sie fest, hätten die Eigenschaft elektrisch negativ geladen zu sein, wodurch sie positiv geladene schwefelhaltige Eiweißmoleküle anzögen und durch diese Bindung zu einer wasserlöslichen Substanz vereint würden, welche dann über das Blutsystem bis in die feinsten Kapillaren (winzig verzweigte Blutgefäße, die Extremitäten und Organe mit Nährstoffen versorgen) gelangen. Dadurch gelangen die Fettsäuren bis in jede Zelle und stärken die Zellmembranen (Zellwände), reichern die Zellen mit Sauerstoff an, sorgen für eine natürliche Entsäuerung und regen die Zellteilung an. Dies hat Auswirkungen auf den gesamten Enzym-, Wasser-, und Hormonhaushalt. Dies ist nur eine kurze Darstellung der weitreichenden Forschungen Johanna Budwigs. Wenn Ihr Euch näher damit beschäftigen möchtet, dann empfehle ich Euch dieses Buch. Bevor ich Euch meine Ernährung der letzten Wochen vorstelle, möchte ich Euch zunächst auf die verbotenen Lebensmittel hinweisen, die Johanna in ihrer Kur strikt untersagt. Wer also wirklich beabsichtigen sollte die Eiweiß-Öl Kur zu testen, der sollte folgende Produkte vermeiden: sogenannte Transfette, sprich alle Fette die in Fertigprodukten wie Soßen, Pommes, Cornflakes etc. enthalten und gesättigt sind. Außerdem ist auf jegliche tierische, sowie minderwertige Fette, z.B. aus Margarine, zu verzichten. Hinzu kommen Fleisch und Wurstprodukte. Johanna rät zudem von Fertigsäften ab und zu guter letzt Vitaminpräparate, Dosenkost und Milchprodukte. Letzteres lässt sich jedoch eingrenzen. Erlaubt und erwünscht sind Produkte wie Magerquark und Hüttenkäse, Milch hingegen nur in Maßen.  

Nun zu meiner Fasten-Ernährung nach Johanna Budwig. Ich muss direkt zu Beginn sagen, dass ich mit der Zeit meinen eigenen Umgang mit der Ernährungsweise gefunden habe und mich nicht an jede der vorgegebenen Schritte gehalten habe. Mein Ernährungsplan beschränkte sich zunächst auf viele frisch gepresste Säfte, vorwiegend aus Gemüse, sowie Suppen. Ein besonders herausstechender Saft während der Kur war der Sauerkraut-Saft. Hiervon sollte täglich bis zu einem Glas getrunken werden. Mein Frühstück bestand täglich aus einer Quark-Leinöl Creme. Hierfür gebt Ihr geschrotete Leinsamen mit frischem, geschnittenem Obst der Saison in eine Schale und übergießt diese mit einer geschmeidigen Creme aus Leinöl und Magerquark. Die genauen Mengenangaben liegen bei 100-125g Quark, 2-3 EL Milch, 1EL Honig oder Agavendicksaft und 3EL Leinöl. Ich persönlich habe gerne noch getrocknete Goji-Beeren und verschiedene Nüsse beigefügt und dazu einen Käutertee getrunken. Als Zwischenmahlzeiten dienten mir immer wieder Gemüsesäfte, welche ich ab und an mit frisch gemahlenen Leinsamen und Spirulina versetzte. Statt der Leinsamen könnt Ihr wahlweise auch Hanfsamen oder Chiasamen zur Abwechslung verwendet. Mein Mittagessen war keine große Veränderung für mich, es bestand größtenteils aus frischem Gemüse, welches teils in Form von Rohkost und teils in gedünsteter Form war. Lediglich die Beigabe von Sauerkraut war neu für mich. Als Beilage kann man zwischen verschiedenen Getreidesorten wie Reis, Quinoa, Buchweizen, Dinkel…uvm. variieren. Am Abend aß ich meist noch einen knackigen Salat mit einem Dressing aus 2EL Leinsamenöl 2EL Quark und 2 EL Milch oder eine Suppe aus frischem Gemüse, wie zum Beispiel meine Rote Bete Suppe. 

Für mich hat der Gedanke des Fastens insbesondere in der heutigen Zeit, in der einem in unserem Kulturkreis ein Übermaß an Nahrung und anderen Konsumgütern geboten wird, einen besonderen Reiz. In einem Leben, in dem man von allem zu viel hat und aus „Langeweile“ und nur zum „Genuß“gegessen wird (womit ich keinesfalls maßregelnd oder verachtend klingen möchte) finde ich es spannend, mich in körperlichem aber vor allem auch gedanklichem Verzicht zu üben. Und ich möchte fast behaupten, dass es die heutige Zeit deutlich erschwert zu verzichten, da man einer dauerhafter Überreizung an Angeboten und Verlockungen ausgesetzt ist. Mir ist es besonders schwer gefallen, wenn in einer großen Runde gefrühstückt wurde oder ich auf Veranstaltungen an köstlichen Buffets vorbeigegangen bin. Aber auch die Medien trugen Ihren Teil dazu bei und setzten mich einer Verlockung nach der nächsten aus. Sodass ich nach vielen Wochen des Verzichtes entschied die Zügel zu lockern, um den Versuch nicht abbrechen zu müssen. Von da an halte ich es nicht so genau mit den Säften und genehmige mir hier und da auch vollwertige Teigprodukte, Kaffee oder Käse. Meine sonstige Ernährung ähnelte der Kur ohne hin und das Frühstücksritual aus Quark und Öl ist inzwischen so in mich über gegangen, dass ich darauf nicht mehr verzichten möchte.

Neben der Erkenntnis, dass der Verzicht auch etwas Befriedigendes haben kann, da ich nicht täglich vor der Frage nach der Wahl meiner Speisen stand und der Konsumrausch irgendwann nachließ und ich inzwischen deutlich leichter an den Regalen mit den Verlockungen vorbei gehen kann, merke ich einen unverkennbaren Unterschied des Hautbilds und der Haare – beide scheinen gestärkt zu sein! Meine Haare wachsen deutlich schneller und über eine Länge hinaus, ab der sie früher längst stagniert haben. Außerdem habe ich ein weniger starkes Hungergefühl über einen längeren Zeitraum hinweg, was darauf hinweist, dass sich mein Zuckerhaushalt stabilisiert hat. Zudem stelle ich fest, dass mein Schlaf sich erholsamer anfühlt und ich deutlich früher ausgeschlafen bin. Was zu dieser Jahreszeit meist noch nicht der Fall war. 

   
Das sind meine Erfahrungen mit der Budwig Quark-Öl Kur. Leider ist ein Nachteil an der Kur, dass sie sich nicht für Allergiker oder Veganer eignet. Man kann zwar versuchen einen ähnlichen Effekt zu erzielen, jedoch gibt es darüber bisher keine Erfahrungsberichte. Vielleicht habt Ihr ja schlagende Ideen. Gerne könnt Ihr mir Fragen stellen oder mir von Euren Fasten-Erfahrungen berichten! Ich bin sehr gespannt!!

Alles Liebe! Eure,

us1

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