In Asien als Heilkunst gelehrt – in westlichen Ländern vielmehr als Wellness-Methode verkannt – Ayurveda!

Es ist bereits einige Zeit vergangen, seit ich Euch angekündigt habe, mit Euch meine Erfahrungen rund um das Thema Ayurveda und ayurvedische Ernährung  teilen zu wollen. Anlass für diesen Bericht ist mein Test des ayurvedischen Produktes von Terraelement. Mein Fazit zu dem Superfood und ob es wirklich super ist, möchte ich Euch im späteren Verlauf dieses Beitrags mitteilen.

Zunächst aber, möchte ich etwas genauer auf das grundlegende Thema Ayurveda eingehen. Denn tatsächlich beschäftige ich mich schon einige Zeit mit der traditionellen Lebensweise aus Indien. Unter anderem spielt hier die Ernährung und ihre Heilkunst eine große Rolle. Viele Inder sind von der Wirkung der Lebensmittel, auf unseren Körper überzeugt und gehen davon aus, mit der richtigen Ernährung den Körper, die Psyche und den Geist in Einklang bringen zu können. So könne man nicht nur Krankheiten heilen, sondern ihnen bereits im Vorfeld entgegenwirken. Naturheilkunde – für mich, in einer Welt in der meiner Meinung nach zu schnell auf chemische Medikamente zurückgegriffen wird,  ein faszinierender Gedanke! Ayurveda ist wissenschaftlich nicht belegt, die Heilkunst konnte sich jedoch durch seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeiten an individuelle Bedürfnisse über Jahrtausende hinweg verankern und bewähren. Sie kann sich an Lebensweise und jeweiligen Kulturkreis des Praktizierenden flexibel anpassen und vermittelt ihren Anhängern nebenbei Werte wie: Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für die Signale des eigenen Körpers zu entwickeln. Fern ab davon, ob man den ayurvedischen Zügen im einzelnen nachkommen möchte oder nicht, ist diese Einstellung doch zunächst einmal nicht umbedingt die falsche, oder?! Einen Beitrag zum Thema Achtsamkeit findet Ihr hier.

Ayurveda bedeutet frei übersetzt so viel wie „das Wissen vom Leben“. Neben der Lebenseinstellung gibt Ayurveda eine gewisse Ernährungsweise vor, welche vorwiegend aus vegetarischen Mahlzeiten besteht und auf jedeen individuell zugeschnitten werden kann. Dabei wird auch der jeweilige Kulturkreis und Lebenszyklus der Person einbezogen, das heißt sowohl die Lebensphase (Alter) als auch Jahres- und Tageszeit werden auf dem Weg zur passenden Ernährung betrachtet. Auch emotionale und kognitive Befindlichkeiten werden in die Erstellung einer geeigneten Ernährungsweise einbezogen.  Diese Faktoren sind nicht nur aus der gesundheitlichen Sicht relevant, denn die Nahrung soll neben aller Gesundheit und Verträglichkeit vor allem eines: den Geschmack des Prktizierenden treffen und dadurch die Sinne und den Geist erfreuen. Denn sind Geist und Seele gesund und dabei im Einklang mit dem Körper, so sei auch dieser gesund. Die ayurvedische Lehre geht davon aus, dass jedes körperliche oder seelische Ungleichgewicht ein Problem darstelle und Krankheiten verursache und andersrum natürlich ebenso heilen könne. –

Bei der Ernährung steht eine bekömmliche und leicht verdauliche Kost im Vordergrund. Alle Speisen sollen möglichst frisch sein und warm zu sich genommen werden. Auch heißes bzw. warmes Wasser wird in großen Mengen getrunken. Von allen Mahlzeiten ist das Mittagessen zumeist die größte und schwerste Mahlzeit des Tages.

Um die individuelle und gesunde Lebensweise für sich zu finden, bedient sich die ayurvedische Lehre der sogenannten drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha), diese verleihen dem Menschen seine individuelle Konstitution (Prakriti).

Die Doshas sind den fünf Elementen Raum, Wasser, Erde, Luft und Feuer zugeordnet. Dabei wird „Vata“ bestehend aus Luft und Raum, als die Lebensenergie beschrieben. Damit ist Vata verantwortlich für alle Bewegungsabläufe (physisch & psychisch) im Körper. „Kapha“ bildet sich aus Erde und Wasser und ist verantwortlich für die Struktur des Körpers, also alles Feste wie Knochen Zähne und Nägel. Auch auf der emotionalen Ebene ist dieser Kapha für Beständigkeit und Stabilität zuständig. Außerdem sorgt dieses Dosha für Wachstum und Gelenkigkeit. Das dritte Dosha „Pitta“, bestehend aus Feuer und Wasser ist für biochemische Vorgänge im Körper wie Stoffwechsel und Verdauung zuständig.

Alle drei Typen sind in einem Menschen vereint und unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nach Zusammensetzun der drei Doshas, die mit Geburt an festgelegt sind und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, nehmen die Doshas masgeblichen Einfluss auf unsere geistige und körperliche Verfassung. Dosha bedeutet frei übersetzt so viel wie „das was Fehler verursachen kann“. Bei der Konstellation die einem mit der Genurt verliehen wird, kann es durchaus vorkommen, dass eines der drei Doshas deutlich stärker ausgeprägt ist. Dieser Zustad ist für die jeweilige Person jedoch der Normalzustand. Erst wenn diese für Ihn normale Regelung, durch z.B. eine falsche Lebensweise/Angewohnheiten, Überarbeitung oder Stress, „schlechte“ Ernährung usw. aus dem Gleichgewicht gerät, kann die betroffene Person in einen unnatürlichen, potentiell krank machende Zustand (Vikriti) geraten. Im Ayurveda wird aus diesem Grund darauf hingearbeitet, das innere und persönliche Gleichgewicht des Doshas wieder herzustellen. Hierfür ist eine wichtige Voraussetzung, sich entsprechend seinem Typ zu ernähren.

Wie oben bereits beschrieben, heißt sich ayurvedisch zu ernähren keineswegs nur noch indische Speisen zu sich nehmen zu müssen. Im Gegenteil, fast jede Küche kann sich den Grundlagen der ayurvedischen Lebensweise bedienen – wichtig ist: ausgewogen und bekömmlich. Dabei verträgt zum einen nicht jeder Typ das Selbe und zum anderen muss neben einer gesunden Ernährung auch darauf geachtet werden, dass die Nährstoffe auch vom Körper absorbiert (aufgenommen) werden können. Aus dem Grund werden z.B. Früchte, als auch Gemüse meist gegart und die Mahlzeiten im Kreise mit seinen Mitmenschen eingenommen. Essen soll außerdem in Ruhe, angenehmer Atmosphäre und bei gelöster Stimmung stattfinden. Hier sieht man schon, dass viele dieser Grundsätze auch in der Achtsamkeits-Theorie (welche derzeit stark im Trend liegt) vorkommen. Im Ayurvedischen als auch in der Achtsamkeitslehre gilt aus diesem Grund der buddhistische Satz: „Wenn Du isst, dann esse!“ 


e i n k a u f s l i s t e 

  • 230g Mehl
  • 20g Kichererbsenmehl
  • Salz
  • getrockneter Rosmarin
  • 1TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • warmes Wasser (ca. 190.200ml)
  • 1EL Olivenöl

Das Salz im Wasser lösen, Mehle, Kümmel, und Rosmarin in einer großen Schale miteinander vermengen. Nun das Öl und dach und nach Wasser zum Mehl geben und nebenbei mit einer Hand vermengen. Die Konsistenz sollte nicht zu klebrig, aber auch nicht zu trocken werden. Den Teig bis zu einer halben Stunde ruhen lassen, bevor er in etwa handflächen große Kugeln aufgeteilt und auf einer bemehlten Fläche dünn ausgerollt wird. Eine Pfanne ohne Öl erhitzen ´, die Fladen leicht mit Wasser benetzen und auf der angefeuchteten Seite in die heiße Pfanne legen. Von beiden Seiten etwa 2-3 Minuten knusprig braun backen. Nach dem Backen in eine Stoffserviette/Tuch wickeln und mit dem restlichen teig fortfahren.


Neben der schonenden Zubereitung und achtsamen Aufnahme der Nahrung, spielen auch Gewürze eine zentrale Rolle. Für die meisten Inder ist daher eine ausgereifte Pflanzenheilkunde einw wichtiger Schlüssel zu Gesundheit. Von vielen traditionellen indischen Ärtzten wird sogar die psychische und physische Heilkraft der Pflanzen stets in die Behandlung einbezogen. Dabei werden insbesondere die zehn „Königsgewürze“ der ayurvedischen Küche wie: Nelken, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Muskat, Pfeffer, Safran und Zimt einbezogen. Wer sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchte für den habe ich unten außerdem noch zwei Buchempfehlungen verlinkt!

* * *

Nun zu meinem Test von Terra Elements. Das junge Familienunternehmen aus München, bietet viele Nahrungsergänzungsmittel, Rohkost und Superfoods an, die besonders schonend und umweltfreundlich verpackt und versendet werden. Auch aus der Spate der ayurvedischen Ernährung bieten sich hier einige spannende Produkte. Ähnlich wie die ayurvedische Denkweise, ist auch Sandro Russo, der Gründer von Terra Elements davon überzeugt, dass eine gesunde Lebenweise in der ausgewogenen und natürlichen Ernährungsweise liege. Mit Hilfe seiner Produkte lasse sich diese Ernährungsweise aufwerten und ganz einfach im Alltag integrieren.

Ich hatte nun die Möglichkeit mir eines dieser Produkte auszusuchen und über einige Monate zu testen. Meine Wahl fiel auf das Ashwagandha Pulver, dieses ist auch bekannt als „Indischer Ginseng“ und wird aus der Wurzel des Nachtschattengewächses der Schlaf- oder Winterbeere gewonnen. Es soll Körper und Geist vorwiegend darin unterstützen Stress zu reduzieren und zu beruhigen.

Übersetzt heißt Ashwagandha „Geruch des Pferdes“ und ich muss gestehen, dass sich ein intensiver – wenn ich ihn auch nicht dem der Pferde zugeschrieben hätte – breit macht, sobald man die Verpackung öffnet. Auch der Geschmack hat eine leicht herbe bis bittere Note und war für mich in Joghurt nicht besonders angenehm zu essen. Doch in Porridge mit Obst und Agavendicksaft nimmt man den Geschmack nur noch hintergründig wahr und nach einigen Wochen hatte ich mich so sehr an den ihn gewöhnt, dass er für mich nun dazu gehört. Von der Wirkung hingegen bin ich deutlich mehr überzeugt als von dem Geschmack. Ashwagandha ist ein Adaptogen und damit in der Lage sich auf die Ängste und das Stresslevel, bzw. die Nerven auszuwirken. Indem es den Cortisonspiegel (Stresshormon) senkt kann es dabei unterstützen Schlaflosikgeit und Stress zu reduzieren. Damit einhergehend stärkt es das durch Stress geschwächte Immunsystem. Da ich während meines letzten Semesters mit dem Test begonnen habe und durch die Abgabefrist der Abschlussarbeit tatsächlich unter erhöhtem Stress stand, war es der ideale Zeitpunkt dieses Pulver zu testen. Um nun endlich zu einem Fazit zu kommen möchte ich zusammenfassend sagen, dass ich eine gewisse Wirkung verspüren konnte. Ich kann nicht unterscheiden ob es dem Placebo Effekt geschuldet oder tatsächlich der Wirkung der Wurzel zu verdanken war. Doch möchte ich das auch gar nicht unbedingt hinterfragen – so oder so war das Ergebnis da und darüber war ich froh. Vielleicht habt Ihr selber Lust bekommen das Produkt zu testen. Ich möchte hier keinen Werbebeitrag draus machen, doch kann ich das Unternehmen mit gutem Gewissen empfehlen. Informiert Euch am besten selber vertiefend zu dem Thema und über Terra Elements.

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Exkurs gefallen?! Natürlich gebe ich keine Gewährleistung auf die Vollständigkeit oder Richtigkeit des Inhaltes, aber dass ist ein Teil von dem, was ich mir bisher angeeignet habe. Ich lerne jedoch nie aus und freue mich wenn Ihr zu dem Thema etwas beitragen könnt oder Eure Fragen/Anregungen hier teilen mögt.

Eure,

us1


Kommenden Freitag gibt es zum heutigen Pfannenbrot-Rezept eine köstliche Ergänzung! Bleibt gespannt :)

Bücher :

Für alle die sich mit der heilenden Wirkung von Pflanzen befassen möchte empfehle ich : Die Ayurveda-Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Heilkräuter

Für einige Grundlagen und ein paar schöne Rezepte: Europäische Ayurveda-Küche: Grundlagen hier ist auch ein Typtest enthalten. Dieser kann jedoch nur Tendenzen aufzeigen. Für eine richtige Typbestimmung sollte ein Spezialist aufgesucht werden.

Wer direkt ins Kochen einsteigen möchte für den ist das dritte Buch wohl am geeignetsten: Das große Ayurveda-Ernährungsbuch: Gesund leben und genussvoll essen. Mit über 100 Rezepten

 

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