Warmer Rote Bete Salat auf Getreide – Lagom

Nicht zu viel. Nicht zu wenig. Genau richtig.

Genau diesen Zustand wünschen wir uns doch alle für unser Dasein, oder. Mit sich und seinem Leben so im Einklang zu sein, dass alles eben genau richtig ist. Das „richtige“ Maß an Zufriedenheit, an Routine an Selbstliebe und Mitgefühl. Das „richtige“ Maß an Wohlstand und Freundschaft.. etc. Eben dieses Befinden für den es im deutschen so vieler Worte bedarf, beschreibt im schwedischen ein einzelnes Wort. Lagom. Das schwedische Wort ist eine Lebensphilosophie, die im täglichen Alltag praktiziert werden kann und bezeichnet einen ausgeglichenen Lebensstil, an dessen erster Stelle ein grundlegendes Wohlbefinden steht. Eine wörtliche Übersetzung hierfür gibt es nicht – meistens wird es mit „genau im richtigen Maß“ oder „alles in Maßen“ übersetzt. Eben genau die Mitte zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ für sich zu finden. Das gute Mittelmaß sowohl auf das Umfeld, als auch den inneren Zustand bezogen. Harmonie und inneres Gleichgewicht stehen hier an erster Stelle.

Im Wochenbeitrag einige Freitage zuvor – Birnen-Tartelette – habe ich mit Euch meine Gedanken zum Thema Hygge und seiner allgemeinen Bedeutung geteilt. Der Begriff Lagom scheint nun jedoch dieses Wort abzulösen und einen regelrechten Hype um sich herum ausgelöst zu haben. Es gibt bereits verschiedene Produkte, die diesen Namen tragen und Kampagnen die zu mehr Lagom im Leben verhelfen wollen. So auch der Möbelgigant IKEA. Unter dem Motto „Live Lagom“ möchte das schwedische Möbelhaus zu mehr Ausgewogenheit von Nachhaltigkeit und Gesundheit inspirieren. Unter dem Hashtag #LIVELAGOM kann man sein individuell praktiziertes Lagom präsentieren und damit andere Menschen mit seinem Weg zur Ausgeglichenheit anstecken. Ikea möchte damit den Konsum von Wasser, Energie etc. eindämmen und dem Umweltschutz, sowie einer gesünderen Lebensweise nachkommen. Ob Marketing hin oder her, ein guter Ansatz ist es meiner Meinung nach in jedem Fall.

Doch hat man sich bereits einige Zeit mit den Schweden befasst, oder Zeit mit ihnen verbracht, so wird einem bald bewusst das hinter Lagom viel mehr als nur ein modischer Trend steht. Es handelt sich viel mehr um eine grundlegende Charaktereigenschaft der Skandinavier. Und während meines Aufenthaltes vorletzten Sommer in Schweden, konnte ich mich dieser Eigenschaft tatsächlich selber überzeugen und hatte das Gefühl, sie würde sich zumindest dort auf mich übertragen. Die Schweden sind sehr höflich und offen miteinander und aben, wie die meisten Skandinavier einen ausgesprochen guten Geschmack. So ist es nur verständlich, dass das was man erfährt und visuell aufnimmt, einen ausgleichenden Effekt auf mich haben konnte. Das heutige Rezept steht unter selbigen Sternen. Sowohl äußerlich ist es sehr harmonisch als von seiner Komposition. Die basischen Zutaten sind sehr bekömmlich, nährstoffreich und wirken sich wohltuend auf den Körper aus. Sie halten lange satt und geben ein langanhaltendes zufriedenes Gefühl. Seine leuchtenden, frischen Farben senden positive Signale ans Gehirn und machen es damit einmal mehr zum idealen Winterrezept. 


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für den Salat

  • 2 gelbe Bete
  • 2 rote Bete
  • 2 bunte Bete
  • 1 Orange
  • 80g Walnusskerne
  • frische Kresse
  • frischer Parmesan
  • Olivenöl
  • Pfeffer
  • Prise Chili
  • Salz

für das Getreide

  • 1 Tasse Getreide, grob geschrotet (z.B. Weizen, Dinkel, Roggen)
  • 2 Tassen Wasser
  • 2 Zweige (getrockneter) Thymian
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schalotte
  • 1 BIO Limette
  • 40g getrocknete Steinpilze
  • Salz


Öl in einen Topf geben und darin den fein gehackten Knoblauch, die gehackte Schalotte und den Thymian glasig dünsten. Anschließend die getrockneten Pilze und das gewaschene Getreide hinzugeben und mit dem Wasser ablöschen und leicht salzen. Bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Wasser komplett aufgenommen wurde. Dann den Topf vom Herd nehmen und bei geschlossenem Deckel 10 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit die Rote Bete mit einer Reibe in hauchdünne Scheiben verarbeiten. Diese in gesalzenem Wasser kurz blanchieren und anschließend abschrecken. Damit sich die Beten nicht gegenseitig einfärben, zuerst die Bunte, dann die Gelbe und schließlich die Rote Bete kochen. Die Bete mit dem Saft der Orange, Olivenöl, einer Prise Chili, Salz und etwas Pfeffer anmachen und ziehen lassen.

Das Getreide mit etwas Limettenschalenabrieb, sowie dem Saft der Limette, etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Das Getreide mit dem Salat auf einem Teller anrichten und mit frischem Parmesan und Walnüssen garnieren. 

Also Ihr Lieben, vielleicht legt Ihr heute oder am Wochenende auch mal hier und da eine kleine „Fika“ (schwedisch für Pause) ein und nehmt Euch vor Gelassenheit und Ausgewogenheit in den Dingen walten zu lassen. Denn: „Lagom är bäst“ – das gesunde Mittelmaß ist am Besten!

Eure,

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Buch Tipp: Ein Lagom-Ratgeber „In der Mitte liegt das Glück“ von Lola A. Åkerström

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Pikanter Spitzkohl-Wickel

Heute gibts fast schon ein Frühlings-Gericht, denn ich kann die Jahreszeit in der alles sprießt und grün wird kaum noch erwarten. Wie geht es Euch da? Habt Ihr auch genug von der kalten, dunklen Jahreszeit und freut Euch mit mir auf alles was im Frühling erwacht?
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für den Filoteig

  • 200g Dinkelmehl (fein)
  • 2-3EL Olivenöl
  • 1Prise Salz
  • ca. 60ml Wasser

für die Füllung

  • 200g Räuchertofu
  • 1 Spitzkohl
  • 1TL Paprikapulver scharf
  • 2EL Paprikapaste
  • 1TL Tomatenmark
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1Msp. Cayennepfeffer
  • 1 BIO Ei
  • 1/2 Stück Schafskäse

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Den Spitzkohl waschen und mit Öl, dem fein gehackten Knoblauch und den Gewürzen in einer Pfanne scharf anbraten. Anschließend die Hitze heruntersteigen und den kohl mit einigen EL Wasser, bei verschlossenem Deckel weiter dünsten. Den Räuchertofu in kleine Würfel schneiden und ebenfalls zum Spitzkohl geben. Den Spitzkohl in ein flaches Gefäß füllen und abkühlen lassen. Die Paprikapaste mit dem Ei vermischen. Den Schafskäse fein zerdrücken, am besten mit einer Gabel oder den Fingern und ebenfalls zu der Paprika-Ei Mischung geben. Die Mischung unter das Gemüse mischen und mit der Zubereitung des Teiges beginnen.

Für den Teig Mehl, Öl und das Salz mit dem Wasser zu einem geschmeidigen, festen Teig verkneten. Den Teig für mindesten 10-15 Minuten mit der Hand kneten. Den Teig zu einer Kugel formen, mit Öl bestreichen und für eine halbe Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen. 

Den Teig in 4-6 Stücke teilen und jede Kugel für sich auf einem bemehlten, sauberen Küchentuch hauch dünn ausrollen. Die rechteckigen Teigplatten bemehlen und übereinanderlegen. Ein Drittel der Teigfläche mit dem Kohl belegen, den Teig an den Rändern einklappen und mit Hilfe des Handtuches fest einrollen. Die Rolle von außen mit Öl bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 190 Grad Umluft für 35 Minuten backen. 

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Eure,

us1

 


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Warmer Wildreissalat mit Kürbis und Kichererbsensoße

Im Winter ist mir weniger nach kalten Gerichten, herkömmliche Salate fallen daher meist von meinem Speiseplan. Eine Kombination der kalten und warmen Komponenten ist hingegen eine Alternativedie ich des öfteren heranziehe, so wie auch für dieses Wochenrezept. Hier habe ich warmen Reis und gebackenen Kürbis mit knackigem Salat und erfrischendem Granatapfel kombiniert. Dazu ein lauwarmes Dressing aus Kichererbsen und würziger Gemüsebrühe.

Wie steht Ihr zu warmen Salaten?

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Ein besonderes Highlight beim Verputzen dieses Salates, ist der Biss auf die Granatapfelkerne. Diese ergießen ihren Saft im Mund und ihre Süße verbindet sich mit den würzigen Aromen des Kürbis und der Soße.

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  • 1 Tasse Wildreis
  • 2Tassen Wasser
  • Rucola
  • Granatapfelkerne
  • 1/2 Butternusskürbis
  • 1TL Salz
  • Olivenöl
  • 2TL Harissa
  • 2TL geräuchertes süßes Paprikapulver

für das Dressing

  • 1/2 Dose Kichererbsen
  • 60ml Gemüsebrüge
  • etwas Zitrone
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 TL Kumin
  • 3EL Sesamöl

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Für das Dressing die Hälfte der Kichererbsen samt Flüssigkeit mit warmer Gemüsebrühe, einigen Spritzern Zitrone, einer kleinen Knoblauchzehe, Kumin sowie Salz und Pfeffer mit etwas Sesamöl in einem Mixer fein pürieren.  

Den Reis mit der doppelten Menge an Wasser und etwas Salz kochen. Den Kürbis schälen und in 2 mal 2 cm große Würfel schneiden. Die Würfel leicht einölen und mit den Gewürzen vermengen. Auf einem Blech mi Backpapier bei 195Grad Umluft 20 Minuten backen. Anschließend bei 200Grad Oberhitze rösten, bis die Kürbiswürfel knusprig braun sind. Den Reis mit dem Rucola und dem Kürbis auf Tellern portionieren und mit Granatapfelkernen und der Kichererbsensoße garnieren. 

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Eure,

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