Pikantes Pfannenbrot und Aryurveda

In Asien als Heilkunst gelehrt – in westlichen Ländern vielmehr als Wellness-Methode verkannt – Ayurveda!

Es ist bereits einige Zeit vergangen, seit ich Euch angekündigt habe, mit Euch meine Erfahrungen rund um das Thema Ayurveda und ayurvedische Ernährung  teilen zu wollen. Anlass für diesen Bericht ist mein Test des ayurvedischen Produktes von Terraelement. Mein Fazit zu dem Superfood und ob es wirklich super ist, möchte ich Euch im späteren Verlauf dieses Beitrags mitteilen.

Zunächst aber, möchte ich etwas genauer auf das grundlegende Thema Ayurveda eingehen. Denn tatsächlich beschäftige ich mich schon einige Zeit mit der traditionellen Lebensweise aus Indien. Unter anderem spielt hier die Ernährung und ihre Heilkunst eine große Rolle. Viele Inder sind von der Wirkung der Lebensmittel, auf unseren Körper überzeugt und gehen davon aus, mit der richtigen Ernährung den Körper, die Psyche und den Geist in Einklang bringen zu können. So könne man nicht nur Krankheiten heilen, sondern ihnen bereits im Vorfeld entgegenwirken. Naturheilkunde – für mich, in einer Welt in der meiner Meinung nach zu schnell auf chemische Medikamente zurückgegriffen wird,  ein faszinierender Gedanke! Ayurveda ist wissenschaftlich nicht belegt, die Heilkunst konnte sich jedoch durch seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeiten an individuelle Bedürfnisse über Jahrtausende hinweg verankern und bewähren. Sie kann sich an Lebensweise und jeweiligen Kulturkreis des Praktizierenden flexibel anpassen und vermittelt ihren Anhängern nebenbei Werte wie: Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für die Signale des eigenen Körpers zu entwickeln. Fern ab davon, ob man den ayurvedischen Zügen im einzelnen nachkommen möchte oder nicht, ist diese Einstellung doch zunächst einmal nicht umbedingt die falsche, oder?! Einen Beitrag zum Thema Achtsamkeit findet Ihr hier.

Ayurveda bedeutet frei übersetzt so viel wie „das Wissen vom Leben“. Neben der Lebenseinstellung gibt Ayurveda eine gewisse Ernährungsweise vor, welche vorwiegend aus vegetarischen Mahlzeiten besteht und auf jedeen individuell zugeschnitten werden kann. Dabei wird auch der jeweilige Kulturkreis und Lebenszyklus der Person einbezogen, das heißt sowohl die Lebensphase (Alter) als auch Jahres- und Tageszeit werden auf dem Weg zur passenden Ernährung betrachtet. Auch emotionale und kognitive Befindlichkeiten werden in die Erstellung einer geeigneten Ernährungsweise einbezogen.  Diese Faktoren sind nicht nur aus der gesundheitlichen Sicht relevant, denn die Nahrung soll neben aller Gesundheit und Verträglichkeit vor allem eines: den Geschmack des Prktizierenden treffen und dadurch die Sinne und den Geist erfreuen. Denn sind Geist und Seele gesund und dabei im Einklang mit dem Körper, so sei auch dieser gesund. Die ayurvedische Lehre geht davon aus, dass jedes körperliche oder seelische Ungleichgewicht ein Problem darstelle und Krankheiten verursache und andersrum natürlich ebenso heilen könne. –

Bei der Ernährung steht eine bekömmliche und leicht verdauliche Kost im Vordergrund. Alle Speisen sollen möglichst frisch sein und warm zu sich genommen werden. Auch heißes bzw. warmes Wasser wird in großen Mengen getrunken. Von allen Mahlzeiten ist das Mittagessen zumeist die größte und schwerste Mahlzeit des Tages.

Um die individuelle und gesunde Lebensweise für sich zu finden, bedient sich die ayurvedische Lehre der sogenannten drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha), diese verleihen dem Menschen seine individuelle Konstitution (Prakriti).

Die Doshas sind den fünf Elementen Raum, Wasser, Erde, Luft und Feuer zugeordnet. Dabei wird „Vata“ bestehend aus Luft und Raum, als die Lebensenergie beschrieben. Damit ist Vata verantwortlich für alle Bewegungsabläufe (physisch & psychisch) im Körper. „Kapha“ bildet sich aus Erde und Wasser und ist verantwortlich für die Struktur des Körpers, also alles Feste wie Knochen Zähne und Nägel. Auch auf der emotionalen Ebene ist dieser Kapha für Beständigkeit und Stabilität zuständig. Außerdem sorgt dieses Dosha für Wachstum und Gelenkigkeit. Das dritte Dosha „Pitta“, bestehend aus Feuer und Wasser ist für biochemische Vorgänge im Körper wie Stoffwechsel und Verdauung zuständig.

Alle drei Typen sind in einem Menschen vereint und unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nach Zusammensetzun der drei Doshas, die mit Geburt an festgelegt sind und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, nehmen die Doshas masgeblichen Einfluss auf unsere geistige und körperliche Verfassung. Dosha bedeutet frei übersetzt so viel wie „das was Fehler verursachen kann“. Bei der Konstellation die einem mit der Genurt verliehen wird, kann es durchaus vorkommen, dass eines der drei Doshas deutlich stärker ausgeprägt ist. Dieser Zustad ist für die jeweilige Person jedoch der Normalzustand. Erst wenn diese für Ihn normale Regelung, durch z.B. eine falsche Lebensweise/Angewohnheiten, Überarbeitung oder Stress, „schlechte“ Ernährung usw. aus dem Gleichgewicht gerät, kann die betroffene Person in einen unnatürlichen, potentiell krank machende Zustand (Vikriti) geraten. Im Ayurveda wird aus diesem Grund darauf hingearbeitet, das innere und persönliche Gleichgewicht des Doshas wieder herzustellen. Hierfür ist eine wichtige Voraussetzung, sich entsprechend seinem Typ zu ernähren.

Wie oben bereits beschrieben, heißt sich ayurvedisch zu ernähren keineswegs nur noch indische Speisen zu sich nehmen zu müssen. Im Gegenteil, fast jede Küche kann sich den Grundlagen der ayurvedischen Lebensweise bedienen – wichtig ist: ausgewogen und bekömmlich. Dabei verträgt zum einen nicht jeder Typ das Selbe und zum anderen muss neben einer gesunden Ernährung auch darauf geachtet werden, dass die Nährstoffe auch vom Körper absorbiert (aufgenommen) werden können. Aus dem Grund werden z.B. Früchte, als auch Gemüse meist gegart und die Mahlzeiten im Kreise mit seinen Mitmenschen eingenommen. Essen soll außerdem in Ruhe, angenehmer Atmosphäre und bei gelöster Stimmung stattfinden. Hier sieht man schon, dass viele dieser Grundsätze auch in der Achtsamkeits-Theorie (welche derzeit stark im Trend liegt) vorkommen. Im Ayurvedischen als auch in der Achtsamkeitslehre gilt aus diesem Grund der buddhistische Satz: „Wenn Du isst, dann esse!“ 


e i n k a u f s l i s t e 

  • 230g Mehl
  • 20g Kichererbsenmehl
  • Salz
  • getrockneter Rosmarin
  • 1TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • warmes Wasser (ca. 190.200ml)
  • 1EL Olivenöl

Das Salz im Wasser lösen, Mehle, Kümmel, und Rosmarin in einer großen Schale miteinander vermengen. Nun das Öl und dach und nach Wasser zum Mehl geben und nebenbei mit einer Hand vermengen. Die Konsistenz sollte nicht zu klebrig, aber auch nicht zu trocken werden. Den Teig bis zu einer halben Stunde ruhen lassen, bevor er in etwa handflächen große Kugeln aufgeteilt und auf einer bemehlten Fläche dünn ausgerollt wird. Eine Pfanne ohne Öl erhitzen ´, die Fladen leicht mit Wasser benetzen und auf der angefeuchteten Seite in die heiße Pfanne legen. Von beiden Seiten etwa 2-3 Minuten knusprig braun backen. Nach dem Backen in eine Stoffserviette/Tuch wickeln und mit dem restlichen teig fortfahren.


Neben der schonenden Zubereitung und achtsamen Aufnahme der Nahrung, spielen auch Gewürze eine zentrale Rolle. Für die meisten Inder ist daher eine ausgereifte Pflanzenheilkunde einw wichtiger Schlüssel zu Gesundheit. Von vielen traditionellen indischen Ärtzten wird sogar die psychische und physische Heilkraft der Pflanzen stets in die Behandlung einbezogen. Dabei werden insbesondere die zehn „Königsgewürze“ der ayurvedischen Küche wie: Nelken, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Muskat, Pfeffer, Safran und Zimt einbezogen. Wer sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchte für den habe ich unten außerdem noch zwei Buchempfehlungen verlinkt!

* * *

Nun zu meinem Test von Terra Elements. Das junge Familienunternehmen aus München, bietet viele Nahrungsergänzungsmittel, Rohkost und Superfoods an, die besonders schonend und umweltfreundlich verpackt und versendet werden. Auch aus der Spate der ayurvedischen Ernährung bieten sich hier einige spannende Produkte. Ähnlich wie die ayurvedische Denkweise, ist auch Sandro Russo, der Gründer von Terra Elements davon überzeugt, dass eine gesunde Lebenweise in der ausgewogenen und natürlichen Ernährungsweise liege. Mit Hilfe seiner Produkte lasse sich diese Ernährungsweise aufwerten und ganz einfach im Alltag integrieren.

Ich hatte nun die Möglichkeit mir eines dieser Produkte auszusuchen und über einige Monate zu testen. Meine Wahl fiel auf das Ashwagandha Pulver, dieses ist auch bekannt als „Indischer Ginseng“ und wird aus der Wurzel des Nachtschattengewächses der Schlaf- oder Winterbeere gewonnen. Es soll Körper und Geist vorwiegend darin unterstützen Stress zu reduzieren und zu beruhigen.

Übersetzt heißt Ashwagandha „Geruch des Pferdes“ und ich muss gestehen, dass sich ein intensiver – wenn ich ihn auch nicht dem der Pferde zugeschrieben hätte – breit macht, sobald man die Verpackung öffnet. Auch der Geschmack hat eine leicht herbe bis bittere Note und war für mich in Joghurt nicht besonders angenehm zu essen. Doch in Porridge mit Obst und Agavendicksaft nimmt man den Geschmack nur noch hintergründig wahr und nach einigen Wochen hatte ich mich so sehr an den ihn gewöhnt, dass er für mich nun dazu gehört. Von der Wirkung hingegen bin ich deutlich mehr überzeugt als von dem Geschmack. Ashwagandha ist ein Adaptogen und damit in der Lage sich auf die Ängste und das Stresslevel, bzw. die Nerven auszuwirken. Indem es den Cortisonspiegel (Stresshormon) senkt kann es dabei unterstützen Schlaflosikgeit und Stress zu reduzieren. Damit einhergehend stärkt es das durch Stress geschwächte Immunsystem. Da ich während meines letzten Semesters mit dem Test begonnen habe und durch die Abgabefrist der Abschlussarbeit tatsächlich unter erhöhtem Stress stand, war es der ideale Zeitpunkt dieses Pulver zu testen. Um nun endlich zu einem Fazit zu kommen möchte ich zusammenfassend sagen, dass ich eine gewisse Wirkung verspüren konnte. Ich kann nicht unterscheiden ob es dem Placebo Effekt geschuldet oder tatsächlich der Wirkung der Wurzel zu verdanken war. Doch möchte ich das auch gar nicht unbedingt hinterfragen – so oder so war das Ergebnis da und darüber war ich froh. Vielleicht habt Ihr selber Lust bekommen das Produkt zu testen. Ich möchte hier keinen Werbebeitrag draus machen, doch kann ich das Unternehmen mit gutem Gewissen empfehlen. Informiert Euch am besten selber vertiefend zu dem Thema und über Terra Elements.

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Exkurs gefallen?! Natürlich gebe ich keine Gewährleistung auf die Vollständigkeit oder Richtigkeit des Inhaltes, aber dass ist ein Teil von dem, was ich mir bisher angeeignet habe. Ich lerne jedoch nie aus und freue mich wenn Ihr zu dem Thema etwas beitragen könnt oder Eure Fragen/Anregungen hier teilen mögt.

Eure,

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Kommenden Freitag gibt es zum heutigen Pfannenbrot-Rezept eine köstliche Ergänzung! Bleibt gespannt :)

Bücher :

Für alle die sich mit der heilenden Wirkung von Pflanzen befassen möchte empfehle ich : Die Ayurveda-Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Heilkräuter

Für einige Grundlagen und ein paar schöne Rezepte: Europäische Ayurveda-Küche: Grundlagen hier ist auch ein Typtest enthalten. Dieser kann jedoch nur Tendenzen aufzeigen. Für eine richtige Typbestimmung sollte ein Spezialist aufgesucht werden.

Wer direkt ins Kochen einsteigen möchte für den ist das dritte Buch wohl am geeignetsten: Das große Ayurveda-Ernährungsbuch: Gesund leben und genussvoll essen. Mit über 100 Rezepten

 

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Feigen-Schoko Porridge 

Wie geht es Euch da – im Winter wenn die Tage kürzer und die Luft so kalt wird, dass man nach dem Aufstehen schon heizen muss, braucht mein Körper vermehrt warme Nahrung um Energie für den Tag zu erzeugen. Am liebsten ist mir da ein warmer Haferflockenbrei (heute vielmehr bekannt als Porridge) wie ich ihn als Kind oft gegessen habe. Meine Lieblingsvariante mit Kakao und warmen frischen Feigen möchte ich heute mit Euch teilen.

Wie esst Ihr Porridge am liebsten? Und wusstet Ihr, dass es viel bekönnlicher ist das Obst, welches man zu seinem warmen Brei isst, zuvor leicht zu erwärmen?!

Generell spielt die Temperatur unserer Nahrung eine wichtige Rolle für die Verdauung und kann bei zu starken Extremen sogar zu Defekten bis hin zu Erkrankungen führen. Hierzu mehr in diesem Beitrag.

e i n k a u f s l i s t e

  • 130g Haferflocken
  • 300ml Wasser
  • Mandelmilch (oder eine andere pflanzliche Milch)
  • Zimt
  • Prise Salz
  • 4EL ungesüßter Bio-Kakao
  • Agavendicksaft
  • 2TL Mandelmus
  • 4 Feigen

Und so leicht ist er zuzubereiten: Einen Topf auf dem Herd erwärmen, hierin die Gewürze (Kakao und Zimt) mit den Haferflocken anrösten, dadurch kommen die vollen Aromen der Zutaten hervor. Die Milch indes etwas erwärmen, um darin Mandelmus und Salz zu lösen. Die Haferflocken mit heißem Wasser ablöschen und einige Minuten köcheln lassen. Dann die Hitze herunterstellen und bei geschlossenem Deckel unter gelegentlichem Rühren quellen lassen. Nach Bedarf Milch-Mus Mischung hinzugeben bis der Brei die gewünschte Textur hat. Die Feigen waschen und in Scheiben schneiden. Den Brei auf einem Teller portionieren und die Feigenscheiben darauf legen, so können auch sie sich mit erwärmen. Ein kleiner und dennoch wichtiger Schritt, da Menschen mit einem sensiblen Magen darauf Acht geben sollten, warme und kalte Speisen nicht miteinander zu kombinieren. Den Brei mit Agavendocksaft beträufeln und genießen.

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Wir haben uns angewöhnt unser Essen entweder sofort nach der Zubereitung, oder erst viel später durch Unterbrechungen, meist unter Zeitdruck, völlig ausgehundert, oder unachtsam herunterzuschlingen. Oftmals fällt uns dabei gar nicht auf, dass die Mahlzeit die wir zu uns nehmen viel zu heiß oder bereits kalt geworden ist. Beide Extreme sind für unseren Körper und unser Wohlbefinden nicht von Vorteil. Auch die Temperaturunterschiede miteinander zu kombinieren ist nicht die verträglichste Variante Essen zu genießen und so manch sensibler Magen rebelliert ohne dass sein Wirt den Auslöser hierfür einschätzen kann. Schnell wird dann auf eine Unverträglichkeit geschlossen und der Weg zum Gastroenterologen eingeschlagen. Es folgen Nahrungsmittel-Tests und eine Reihe von Proben die meist ohne Ergebnis bleiben. Das Resultat sind Unzufriedenheit und Frustration. Natürlich gibt es die Fälle in denen tatsächlich eine körperliche Ursache gefunden werden kann, doch für diese in der die Untersuchung ergebnislos bleibt, kann es hilfreich sein auf Faktoren wie die Temperatur und andere Rahmenbedingungen zu achten und sich zunächst selbständigauf die Suche nach alternativen Auslösern für einen unruhigen Magen zu begeben. Hilfreich ist hier außerdem das führen eines Ernährungs-Tagebuchs in dem jede Mahlzeit und das anschließende Befinden festgehalten wird.

Wie bereits eingangs geschildert, ist beispielsweise zu heißes undzu kaltes Essen oder Trinken nicht besonders magenschoned und kann für diesen gar wie ein Schock wirken. Eben so als würden wir nach einem Sonnenbad bei 30 Grad in einen eiskalten See springen oder unsere Kalte Hand an einer herdplatte verbrennen. Aus diesem Grund ist es ratsam bewusst zu essen um es zunächst mit den Sinnen wahrzunehmen und einen Schockzustand zu vermeiden.

In der ayurvedischen Ernährung, spielt die Temperatur eine ganz zentrale Rolle, so wird Wasser zum Beispiel stets warm getrunken und Obst und Gemüse vor dem Verzehr häufig gegart. Je nachdem welche der drei Lebenskräfte (Doshas) Vata, Pitta und Kapha in einem stärker ausgeprägt sind, entscheidet sich was für den eigenen Körper am wohltuendsten ist, da sie unsere körperliche, geistige und emotionale Konstitution steuern. Ist man zum Beispiel ein Vata-Typ, so empfiehlt es sich vor allem warme Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten zu sich zu nehmen. Der regelmäßige Rhythmus wird der Verdauung gut tun. Viele Faktoren beeinflussen das Gleichgewicht der Doshas – zum Beispiel unsere Tagesroutine, die Nahrung und die Jahreszeiten.

Im Winter ist aufgrund der äußeren Kälte das innere „Agni“ – die Verdauungskraft – normalerweise stärker als zu den anderen Jahreszeiten. Aus diesem Grund kann ruhig etwas kräftiger und reichhaltiger gegessen werden. Zu leichte Nahrung würde dazu führen, dass das starke Verdauungsfeuer Körpergewebe abbaut und Vata aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Ebenso bewirken Wind und Kälte eine Erhöhung des Vata-Doshas. Dies ist leichter zu verstehen, wenn man weiß, dass dem Vata-Dosha die Haupteigenschaften „luftig“, „trocken“, „kalt“ und „unregelmäßig“ zugeordnet werden. Also möglichst immer warme und nahrhafte Speisen bevorzugen und kalte Rohkost lastige Mahlzeiten weglassen.

Ich freue mich von Euren Winter-Ritualen zu lesen und wünsche Euch einen gemütlichen Start in die Woche! Und all denen die heute frei haben wünsche ich ein besinnliches Frühstück!

Eure,

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Pflaumen-Kardamom Tartelettes 

Heute mit dem 22. September beginnt der Herbst offiziell. Und schon ist er wieder vorüber der Sommer, kam er Euch auch so kurz vor? Aber auch für den Herbst gibtes Möglichkeiten die Stimmung zu erhellen und Seele und Geist etwas Gutes zu tun. Und wieder einmal spielt das Essen hierbei eine zentrale Rolle – wie könnte es anders sein, schließlich seid Ihr hier auf einem Foodblog gelandet. Doch ab und an wirft dieser Blog auch einen Blick über den Tellerrand hinaus und erweitert seinen Horizont durch andere Themengebiete. Durch ein wenig Recherche zu diesem Thema stieß ich auf den Namen Jordan Troisi. Dieser führte an der University of Buffalo im US-Bundesstaat New York eine Untersuchung durch, durch die er herausfand, dass das persönliche Lieblingsessen das Gefühl von Einsamkeit und Frust tatsächlich vertreiben können. Dabei spiele das Gedächtnis eine wesentlich wichtigere Rolle, als die Inhaltsstoffe der Leibspeise. Der Begriff Frustessen kommt also nicht von ungefähr und wird uns allen ein Begriff sein. Doch dank Troisi wissen wir nun, dass allein die positiven Erinnerungen, die mit dem Lieblingsessen verbunden werden das Wohlbefinden angeblich zu stärken vermögen.

Auch Nase und Zunge tragen maßgeblich zur positiven Wirkung von Essen auf unsere Stimmung bei. Hier entstehende Sinnesreize werden bis in das für die Gefühle verantwortliche Arial im Gehirn geleitet und wecken erinnerungen mit denen dieser Duft in Verbindung gebracht werden kann. Dies zeigt, dass schon der Geruchssinn nachweislich Einfluss auf unsere Stimmung nehmen kann. Wenn man also bedenkt was alles mit der Zusichnahme von nur einer Mahlzeit wachgerufen werden kann, scheint es doch umso bedeutsamer WIE wir unser Essen zu uns nehmen, findet Ihr nicht?! Einmal mehr sollten wir Acht auf Ruhe und Genuss legen. Plant Euch Zeit für Eure Malhzeit ein und nehmt sie mit all Euren Sinnen wahr. Nicht nur der Zeitfaktor und die Besinnung sind wichtig, auch das Erwärmen Eurer Speise. Ich weiß nur zu gut, dass dies der berufliche Alltag nicht immer zulässt, doch solltet Ihr Wert darauf legen zumindest eine warme Speise am Tag zu Euch zu nehmen. Es bekommt nicht nur dem magen gut und sättigt länger, sondern duftet zudem auch viel intensiver. Gerüchen wie von Gewürzen wie Zimt, Muskat oder Vanille wird eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt. Hierzu schrieb schon der Schriftsteller Rudyard Kipling: „Gerüche gehen tiefer ins Herz als Töne und Bilder.“ Einige dieser Gewürze, sowie frische duftende und reife Pflaumen, die es im herbst nun zur genüge gibt, habe ich in meinem Rezept vereint.

Diese kleine Tarte ist eine Wohltat für jedes Sensucht-erfüllte Herz und hilft vielleicht dem ein oder anderen dem Herbst etwas freudiger entgegenzublicken?! Probiert sie aus und lasst mich an Eurer Meinung zu dem Thema teilhaben!

e i n k a u f s l i s t e 

  • 3EL gemahlene Haferflocken 
  • 250g feines Dinkelmehl 
  • 1EL Agavendicksaft 
  • 2EL Mandelmus 
  • 1EL Kokosfett (kalt)
  • Ca 5EL sehr kaltes Wasser 
  • Ganzer Kardamom (etwa 1TL) 
  • Prise Salz 
  • 1TL Apfelessig
  • 3 gelbe Pflaumen 
  • 1 Apfel 
  • Mandelmilch
  • Muscovardo Zucker zum bestreuen 

Für den Teig das Mehl mit dem Salz und den Haferflocken die zuvor fein gemahlen wurden vermischen. Zu den trockenen Zutaten den Agavendicksaft, das Mandelmus, Kokosfett, Apfelessig und das Wasser geben. Beim verkneten möglichst kalte Hände haben. Den Teig gut kneten bis Mandelmus und Konosfett sich gut im Teig vermischt haben. Bei Bedarf etwas mehr Flüssigkeit, in Form von Wasser oder Milch hinzugeben. Den Teig zum Ruhen kurze Zeit in den Kühlschrank legen. Währenddessen den Ofen auf 180Grad umläuft aufheizen und die Pflaumen in dünne Scheiben schneiden. Den Apfel fein würfeln. Anschließend den Teig aus dem Kühlschrank holen und etwa 5mm dick ausrollen. Den Teig auf einem Blech mit backpapier platzieren und zunächst den Apfel in der Mitte verteilen. In einer Schale die geschnittenen Pflaumen mit etwas Mascarvado und grob gemahlenem Kardamon vermengen. Wer kein erfahrener Kardamom Liebhaber ist, sollte an dieser Stelle sparsam mit dem Gewürz umgehen und sich mit jedem Kuchen näher an den Geschmack herantasten ;) Auf den Apfel schließlich die Pfirsichscheiben plazieren und den Teig zusammenklappen. Den Rand mit etwas Milch bestreichen und Miscarvado bestreuen. Die Tartelette nun für 25 Minuten goldbraun backen. 

Zu den Vata-Beruhigenden Gewürzen gehören unter anderem: Zimt, Fenchel, Anis, Muskat, Kümmel, Kardamom, Süßholz, Nelken, frischer Ingwer, Petersilie und Basilikum, um nur einige zu nennen. Vata beschreibt eine der drei Lebenkräfte (Doshas) im Ayurveda, die jeder Mensch von geburt an in unterschiedlicher ausprägung besitzt. Pitta und Kapha sind die anderen beiden Kräfte. Das Vata-Dosha enthält die Eigenschaften der Elemente Äther und Luft. Vata ist für unsere Energie und Bewegung zuständig sowie für die Nervenimpulse. Atem, Sprache, Kreislauf, Verdauung – all das ist Ausdruck von Vata.

Guten Appetit! Eure,

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